SINUS~TON | 5. Magdeburger Tage der elektroakustischen
KLANGSPRACHEN
Magdeburg | 29. Oktober – 1. November 2015

   


Künstler



 

Tom Rojo Poller studierte Komposition an der Universität der Künste (Udk) Berlin (Diplom und Meisterschüler) sowie am Royal College of Music London und - als Jungstudent - an der HfM Detmold. Außerdem absolvierte er ein Studium der Germanistik und Philosophie an der HU Berlin und promovierte in Musikwissenschaft.
Seine Musik entsteht zumeist in der Auseinandersetzung mit theoretischen und konzeptuellen Fragestellungen; wichtige Thematiken sind dabei musikalische Zeiterfahrung sowie das Verhältnis von Musik zu Sprache sowie anderen Künsten und Medien. In jüngeren Arbeiten verfolgt er dabei einen Ansatz, der nicht nur strukturell von außer- und fremdmusikalischem Material ausgeht, sondern dieses auch erkennbar in die musikalische Oberfläche einbettet und so zum Gegenstand eines musikalischen Diskurses werden lässt.
Tom Rojo Pollers Werke wurden von verschiedenen Ensembles im In- und Ausland (u. a. bei MaerzMusik Berlin, Klangwerkstatt Berlin, Staatsoper Berlin, Schleswig-Holstein Musikfestival, Niedersächsische Musiktage, Konzertreihe Klangnetz, aleaIII Boston, frum- Reykjavík) aufgeführt und durch verschiedene Preise und Förderungen ausgezeichnet.

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Der 1971 geborene Tänzer, Darsteller und Choreograph Rafał Dziemidok arbeitete mit Dada von Bzdulow (Gdańsk) und den Ensembles Gdański Teatr Tańca und Compagnie Yvette Bozsik (Budapest). Seit 1997 ist er freiberuflich tätig. Er gewann für seine Choreographien Preise in Kalisz (1999) und in Warschau (2000) erhielt verschiedene Stipendien und wurde im Jahr 2008 als bester polnischer Tänzer nominiert. Neben der Realisation seiner eigenen Projekte arbeitet er regelmäßig für Theater, Oper und Film. Rafał Dziemidok war 2005 Mitbegründer des Ensembles „KONCENTRAT Artistic Group“.

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Im Herbst 2008 gegründet von international tätigen Solisten, die ihr Schaffen seit vielen Jahren besonders der zeitgenössischen Musik widmen, zeichnet sich das Ensemble Berlin PianoPercussion durch ihre individuellen und sich ergänzenden Künstler- persönlichkeiten aus. Den Ansporn, ein Klavier-Schlagzeug-Ensemble zu gründen, bekamen die beiden Musiker Prodromos Symeonidis und Ya-ou Xie während des Festivals vom Centre Acanthes 2008 in Metz, bei dem sie unter der Leitung von Sylvio Gualda eine Reihe von Konzerten in dieser Besetzung gaben. Überzeugt von deren faszinierend vielfältigen klanglichen Möglichkeiten und vom Wunsch erfüllt, das zugehörige Repertoire zu fördern und zu erweitern, trafen sie dann in Berlin die Entscheidung zur Gründung von Berlin PianoPercussion.
Seit der Gründung trägt das Ensemble Berlin PianoPercussion durch seine ungewöhnliche Besetzung zur besonderen Kontur der Berliner Musiklandschaft bei. Es hat über dreißig Kompositionsaufträge schon vergeben, Hugues Dufourt, Tristan Murail und Georg Katzer, und ebenfalls über dreißig Werke uraufgeführt. Es erhielt Förderungen des Berliner Senats, des Deutschen Musikrats, der Ernst von Siemens Musikstiftung, des Deutsch-französischen Fonds für Zeitgenössische Musik / Impuls neue Musik, der Initiative Neue Musik Berlin und der Pearl River Piano Group. Seit 2010 besteht zudem eine Kooperation mit dem Konzerthaus Berlin, in dem regelmäßig Konzerte realisiert werden. Weitere Auftritte fanden in zahlreichen renommierten Konzertsälen statt wie in der Berliner Philharmonie, in der Essener Philharmonie, im Radialsystem V und im Sendesaal Bremen. Neben Rundfunkaufnahmen entstand beim deutschen Label Telos Music eine Doppel-CD mit dem kompletten Makrokosmos von George Crumb, die bei den ICMA 2012 („International Classical Music Awards“) eine Nominierung erhielt. Eine weitere CD, ausschließlich mit vom Ensemble neu beauftragen Werken, wurde im vergangenen Sommer aufgenommen und wird bald erscheinen.

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Beatrix Wagner studierte Flöte in Detmold bei Richard Müller-Dombois und in Paris bei Philippe Racine. 2001 gründete sie das ensemble reflexion K, Deutschlands nördlichstes Kammermusikensemble für zeitgenössische Musik mit Sitz im Ostseebad Eckernförde / Schleswig-Holstein. Als Solistin und Kammermusikerin konzertiert und gibt sie Kurse und Workshops zu Neuer Flötenmusik- und Technik in Europa, Nord- und Südamerika und Asien. Von Beatrix Wagner liegen zahlreiche Radiomitschnitte und CD-Einspielungen mit fast allen deutschen Rundfunkanstalten vor. Ebenso wie bei der CD „positions“ (2003) entstanden die Aufnahmen zu ihrer zweiten Solo-CD „Spiegelungen“ mit Werken vorwiegend österreichischer Komponisten Anfang 2009 beim Bayerischen Rundfunk. Die CD erschien im Frühsommer 2011 beim Label Edition Zeitklang. Beatrix Wagner ist Mitinitiatorin von „CHIFFREN – kieler tage für neue musik“, „PROVINZLÄRM – Festival Neuer Musik in Eckernförde“ und zusammen mit dem Komponisten Gerald Eckert verantwortlich für die Konzertreihe Neue Musik Eckernförde.

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Seit 2007 entdeckt das junge Ensemble AUDITIVVOKAL mit seinem Leiter Olaf Katzer das musikalische Terrain der zeitgenössischen Vokalkunst in ganz unkonventioneller Weise und verblüfft jedes neugierige Ohr. In dramaturgisch geistreich komponierten Produktionen entwickelt das Ensemble eine besondere Aura des Erstmaligen und Neuen, die das Publikum wie die Fachwelt begeistern. Dazu gehört auch die korrespondierende Zusammenwirkung mit verwandten Künsten und Wissenschaften. Die 24 Sängerinnen und Sänger, die in kleinen und großen Besetzungen zusammen wirken, beherrschen neue mikrotonale Klangwelten genauso wie das gesamte Spektrum an vokalen Multiphonics. AUDITIVVOKAL reüssiert regelmäßig auf zahlreichen Festivals und war bisher im Mitteldeutschen Rundfunk, Rundfunk Berlin-Brandenburg und DeutschlandRadio Kultur zu erleben. Das Ensemble kooperiert mit der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden und vermittelt in Workshops, Unterrichtseinheiten und Kooperationskonzerten den Gesangs-, Kompositions- und Dirigierstudierenden grundlegende Einblicke in die neue Vokalmusik.

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Geboren 1980 in Mettmann/Rheinland, gründete Olaf Katzer schon zu Studienzeiten das Ensemble AUDITIVVOKAL DRESDEN, das er bis heute künstlerisch und musikalisch leitet. Über 50 Uraufführungen, Gastspiele bei zahlreichen Festivals und Radioaufnahmen beim MDR, Deutschlandradio, Deutschlandfunk und Radio Suisse Romande, dokumentieren sein Engagement für die zeitgenössische Vokalkunst. In interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Sängern, Tänzern, Komponisten, Malern, Regisseuren und Wissenschaftlern entwickelt er mit der „Neuen Dresdner Vokalschule“ einen zeitgemäßen musikalischen Ausdruck.
Olaf Katzer ist außerdem seit 2011 Dirigent des Dresdner Kammerchores und hat sich seitdem ein breites Repertoire mit Musik vom 16. Jahrhundert bis zum 21. Jahrhundert erarbeitet. Neben eigenen Konzertprojekten leitet er Einstudierungen für Hans-Christoph Rademann, Vaclav Luks, Reinhard Goebel, Christian Thielemann oder Christopher Hogwood. Gastaufträge erhält er vom RIAS Kammerchor, Sängern des Staatsopernchores Dresden und dem Chor des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals. Konzertreisen führten ihn in fast alle europäischen Staaten sowie Taiwan, China und die USA.
Neben der künstlerischen Arbeit liegt ihm das pädagogische Engagement besonders am Herzen: Von 2008 bis 2012 unterrichtete er Chorleitung am Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt am Main. Seit 2011 unterrichtet Olaf Katzer als Dozent für Chordirigieren an der Dresdner Hochschule für Musik und leitet den Hochschulchor. Beim Dresdner Kammerchor initiierte und leitet er die Schulchorpatenschaft, die seitdem neue Maßstäbe in der sächsischen Schulchorarbeit setzt.

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Ute Wassermann ist als Vokalkünstlerin, Komponistin und Klangkünstlerin für ihre persönliche, vielstimmige, nonverbale Klangsprache bekannt, die sie in verschiedene Zusammenhänge der experimentellen und Neuen Musik einbringt. Sie hat ihre Stimme zu einem außergewöhnlichen, vielstimmigen und extremen Klanginstrument ausgebildet. Zusätzlich “maskiert” sie ihre Stimme mit Vogelstimmen- und Gaumenpfeifen, singt durch Resonanzobjekte und entwirft Klanginstallationen. Ein besonderes Interesse gilt der Stückentwicklung  für Räume mit spezieller Akustik.
Sie hat ein Studium der Bildenden Kunst (Klanginstallationen / Performance) an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg bei u.a. Henning Christiansen und Allan Kaprow abgeschlossen und mit einem DAAD Stipendium an der University of California, San Diego Bildende Kunst / Musik / Gesang studiert. Als Stimmsolistin im Bereich der Neuen Musik und experimentellen Musik  ist Ute Wassermann auf Festivals in Europa, Australien, Asien und in Museen, Kunsthallen Clubs, etc. vertreten.
Als Improvisatorin tritt sie regelmäßig mit Musikern der Londoner Szene (John Russel´s mopomoso und Fête Quaqua) auf und im Duo mit Richard Barrett, Aleks Kolkowski, Birgit Ulher und Els Vandeweyer sowie im Quartett speak easy und in größeren Formationen. Als Interpretin Neuer Musik hat sie zahlreiche für Ihre Stimme geschriebene Kompositionen uraufgeführt, wie u.a. von Richard Barrett, Chaya Czernowin, Henning Christiansen, Hespos, Michael Maierhof, Michael Finnissy, Ana Maria Rodriguez mit ASKO, ELISION, Münchener Kammerorchester, KNM Berlin und anderen. Teilnahme an Musiktheaterproduktionen von u.a. Matthias Kaul (L´ART POUR L´ART) und Salvatore Sciarrino; Performances mit Tänzern, Zirkusartisten und bildenden Künstlern.

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Michael Vorfeld (Berlin), bildender Künstler und Musiker, entwickelt Installationen und Performances mit Licht und arbeitet mit Fotografie und Film. Er spielt Perkussion und selbst entworfene Saiteninstrumente und realisiert elektroakustische Klangarbeiten. Neben Soloarbeiten ist er Mitglied verschiedener Formationen und kooperiert mit Künstlern aus unterschiedlichen Bereichen. Seine vielfältigen Aktivitäten umfassen umfangreiche Performance-, Konzert- und Ausstellungstätigkeiten in Europa, den USA, Asien und Australien.

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Ensemble Maulwerker

Experimenteller Gesang ist ein kaum einzugrenzendes Arbeitsfeld der Maulwerker. Nicht nur in Dieter Schnebels Stück, das der Gruppe den Namen gab, in der Musik John Cages, im Obertongesang Stockhausens oder in anderen Stücken jüngerer Komponisten, die bewusst die Stimme themati-sieren, suchen die Maulwerker nach „dem neuen Klang“. Die Stimmen bewegen sich ständig zwischen Sprechen, Singen, Atmen und Geräusch. Aus dem scheinbar zufälligen Laut heraus werden die Grenzen des Materials gesucht: Extreme Höhe, tiefes Knarren, aggressive Lautstärke, Grenze der Hörbarkeit, chaotisches Umschlagen der Stimmregister, Kehlkopftremoli, Falsettwirkungen, konsonantisches Rauschen, depravierte Laute, Reibegeräusche und Multiphonics. Dieter Schnebel hat in Maulwerke an Hand der einzelnen Artikulationswerkzeuge eine Didaktik der zeitgenössischen Lauterzeugung geschaffen. In diversen Kommunikationsmodellen stellt er diese Stimmetüden in musikalisch-psychologische Zusammenhänge. Das Stück entsteht in ständiger lauthaft-musikalischer Auseinandersetzung und wird von den Ausführenden stets neu komponiert. Die Maulwerker haben aus diesem Ansatz und aus der Erfahrung mit John Cages Song Books heraus einen besonderen Ensembleklang entwickelt, der in ihren Kompositionen und Bearbeitungen wie z. B. glossolalie 2000, schramme am himmel, Eiszeit und Voyage puré besonders zur Entfaltung kommt. Dabei wird Stimme im Gegensatz zum traditionellen Gesang integrativ verstanden: Auch traditionelle Gesangstechniken können experimentell erweitert werden durch den Einbezug von Körperbewegungen, die die Stimme verändern oder durch einen abrupten Wechsel des Stils, durch ein Vermischen mit Atemgeräuschen, Sprache und geräuschhaft artikulierten Lauten. Zahlreiche Komponisten wie Dieter Schnebel, Makiko Nishikaze, Ernstalbrecht Stiebler, Andrea Neumann, Michael Hirsch, Antonia Baehr, Alessandro Bosetti, Travis Just, Annette Krebs, Sabine Ercklentz, Alex Nowitz, Christian Kesten und Georg Klein haben für die Maulwerker Stücke geschrieben, in denen das virtuose Spektrum des experimentellen Gesangs die Stimme zu einem immer wieder neuen Instrument macht.

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